Lifestyle,  Schrebergarten

Laubenpieper

Der eine oder andere hat es auf Instagram bestimmt schon mitbekommen: wir sind unter die Kleingärtner gegangen!
Wie so oft bei uns, haben wir nicht lange hin und her überlegt, sondern sind es direkt angegangen und haben sogar auf Anhieb einen Garten gefunden. Was in Hamburg ja gar nicht mal so leicht ist.


Vom Suchen und Finden eines Schrebergartens

Eigentlich haben wir schon im letzten Jahr mal darüber gesprochen, dass so ein Kleingarten doch was Feines wäre. Aber unsere Hochzeit hat uns schon genug in Anspruch genommen und man soll ja auch eine Sache nach der anderen machen. Also habe ich mich im Februar hingesetzt und geschaut, wie man den überhaupt an die Vereine rankommt. Von Kollegen wussten wir schon, dass im Prinzip alles über Wartelisten läuft und diese ganz gerne auch mal Wartezeiten von mehreren Jahren haben…vor allem in den zentraleren und beliebteren Gegenden.
Doch wir wären nicht wir, wenn wir es trotzdem versuchen würden und ein wenig auf den Zufall Glück bauen würden.


Schau mal, der Herr in Parzelle 102 ist gestorben, ob seine Frau die wohl nun loswerden möchte?

Karma wird mich für diese Aussagen noch bestrafen…

Was wollen wir eigentlich?

Also habe ich über die Seite www.gartenfreunde-hh.de mir erst einmal über die meisten der Hamburger Kleingartenvereine einen Überblick verschafft. Puh, das sind ja schon einige und gefühlt überall und nirgendwo.
Wir mussten uns nun mal Gedanken dazu machen, was wir eigentlich wollen.
Uns waren die folgenden Dinge wichtig:

  • Strom und Wasser in der Parzelle
  • Gartenhütte in ausreichender Größe
  • Garten nicht zu verwildert
  • idealerweise fußläufig bzw mit Rad zu erreichen
  • maximal zehn Minuten mit Auto von der Wohnung entfernt
  • nicht allzu spießige Anlage

Mit diesen Vorstellungen konnten dann diverse Anlagen aussortiert werden und die Anlagen in unmittelbarer Nähe, sind wir noch einmal angefahren und haben an den Aushängen nach Kontaktadressen geschaut.
Und dann ging das muntere Mails schreiben los und tatsächlich kamen von ein paar Vereinen zügig antworten. Bis auf einen Verein, haben alle direkt das Wort „Warteliste“ mit aufgenommen, aber wir waren noch immer hoch motiviert. Und hatten auch direkt die Möglichkeit eine Parzelle zu besichtigen. Nicht in unserem Traumbezirk und definitiv über Budget, aber schauen kann man ja mal.

Besichtigung Parzelle 30

Gartenhütte Parzelle 30

Und dann haben wir uns unseren ersten Garten angeschaut. Parzelle 30, rotes Häuschen, viel Rasen, keine nennenswerte Bepflanzung, Preis eindeutig zu hoch. Hochhäuser rundherum.
Der erste Eindruck war vor allem für den Herzmann ernüchternd. Alles grau, nichts grün – gut, Anfang März halt – und dann diese Hochhäuser. Drei Stück, zwei im Rücken der Parzelle, eins links von uns.
Will man das? Wir dringend wollen wir einen Garten?
Und dann wurden wir versetzt…eine Mail erreichte uns nicht und so wussten wir nicht, dass der Termin um einen Tag verschoben wurde. Grummel…
Wir nächsten Tag also noch mal hin. Dieses Mal waren alle nötigen Personen anwesend. Über den Garten gab es nicht viel zu reden, stand ja nichts wirklich drin. Die Hütte allerdings legte die Messlatte für alle zukünftigen Gärten sehr hoch. Maximal 24 Quadratmeter darf eine Laube in einem Kleingarten groß sein und das war die Hütte. Man hat so viel Platz, sogar kleine eigene Räume und eine Schlafkoje.
Unsere Ansprüche an eine Hütte waren gestiegen!
Aber dann war da ja noch der Preis, doch die Nachbarn waren nett.
Erstmal drüber schlafen. Ist immer eine gute Idee.


In der Zwischenzeit

Nach dem ersten Garten, haben wir uns noch mal die Vereine in der Nachbarschaft angeschaut. Schon deutlich eingewachsener, alles ein wenig muckeliger. Aber halt auch nichts frei. Bei einem Verein stehen wir auf der Warteliste, aber ohne Kinder quasi unmöglich eine Parzelle zu bekommen. Na super…
Den ersten Garten könnten wir haben. Müssten aber noch ordentlich Geld in die Hand nehmen…was also tun? Absagen und das Risiko eingehen, dieses Jahr keinen Garten zu haben? Oder den Garten nehmen und in ein, zwei Jahren den wieder kündigen, wenn wir einen in unmittelbarer Nähe bekommen?


Gartenhütte Parzelle 30

Parzelle 30 – wir kommen!

Tja, wir haben den ersten Garten genommen! Wir haben ein Gegenangebot gemacht, dass 2000 € drunter lag und uns dann geeinigt. Der Vorstand und gleichzeitig direkter Nachbar hat deutlich gemacht, dass sie uns gerne im Verein hätten und sie uns auf Anhieb sehr sympathisch fanden. Und das war auch ein ausschlaggebender Grund für uns. Wir hatten das Gefühl, dass wir dort tolle Nachbarn und einen weitestgehend entspannten Verein gefunden haben. Und unsere Wunschliste war auch im Prinzip vollständig erfüllt. Also haben wir zugesagt!


Gibt es unter euch auch Kleingärtner? Oder habt ihr einen Balkon oder Garten?

5 Kommentare

  • Avaganza

    Der Kampf um diese kleinen Gärten ist echt enorm! Wir haben zum Glück einen großen Garten, haben allerdings 5 Jahre lang gesucht und 35 Jahre in der Stadt gelebt. Viel Freude wünsche ich euch!

    lg
    Verena

  • Janina

    Hallo, ein sehr interessanter Beitrag von dir 🙂 Vor ein paar Jahren wollten wir auch mal einen Schrebergarten und haben uns dann für einen Dauerplatz auf einem schönen Campingplatz entschieden. Da war auch ein großer Garten dabei und wir hatten viel Freude und Spaß damit, irgendwann aber wurde uns das dann doch zu stressig, leider mussten wir einfach immer ca. ne 3/4 Stunde dorthin fahren und daher haben wir den Garten wieder aufgegeben. Wünsch dir weiterhin viel Freude mit deinem Schrebergarten! GlG, Janina

    • victoriaskrams

      Liebe Janina,
      Dauercampingplatz war auch eine Überlegung bzw wieder einen Bulli kaufen. Aber mögliche Plätze wären einfach immer zu weit gewesen und dann haben wir dem Schrebergarten die Chance gegeben.
      Soll ja alles spaßig bleiben und stressfrei sein.

      Liebe Grüße
      Victoria

  • Tabea

    Liebe Victoria,

    hört sich aber gar nicht so schlecht an! Wichtig sind doch die Nachbarn und vielleicht fallen Euch die Hochhäuser bald gar nicht mehr auf 😉
    Wann soll ich mit Sektchen vorbei kommen? 😉

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea

  • Salvia von Liebstöckelschuh

    Ein Schrebergarten wäre jetzt eher nix für mich, wenn dann ein richtiger Garten ohne die ganzen Vereinsstatuten drumrum 😉
    Aber da ich mittlerweile innerstädtisch und ohne Auto wohne, begnüge ich mich mit den Balkons und versuche da, mein Projekt Urbangardening Jahr für Jahr voranzutreiben.
    Viele Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

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